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baerentatze

Januar 2005

Der wirklichkeitsnahe Rundbrief zur Praxis und Ethik des Marketings

Inhalt dieser Ausgabe

Kommentar

Thema

Charliers Depesche aus Digitalien

Leser, Kollegen, Wettbewerber

Spottolski

Gegen den Strich gekämmt

Sprache und Marketing
Vortrag Baer, 7. Februar (siehe unten)


Kommentar

 

Liebe Leser der baerentatze,

Manchmal tut es gut, dem Geist in die Kniekehlen zu treten. Zum Beispiel, indem wir einen gängigen Begriff nachschlagen, wo er herkommt, was er ursprünglich bedeutet haben mag. Das Ergebnis muss nicht einmal stimmen, wenn nur der Geist wieder auf die Beinchen kommt.

So stammt unsere Wirtschaft, Ökonomie, von dem griechischen oykos (Haus, Haushalt). Unwillkürlich sehe ich bei Haushalt Mutterns Einweckgläser, während Sie - politisch korrekt - an den Finanzminister denken. Dass sich das Haushalten dieser Tage auf die Kostenseite der Buchhaltung beschränkt, belegen die zahlreichen Wortgetüme wie Lean Management, Downsizing und Outsourcing, deren Tiefgang schon an der Sprache ablesbar ist, aber wir bauen auch einheimisches Wortgewächs an wie den Sozialverträglichen Personalabbau.

Dass wir hierzulande schon einmal weiter waren, verdanken wir außer Franz von Assisi einem sächsischen Berghauptmann Carlowitz, ohne den unsere Wälder heute so ergiebig wären wie die ratzekahlen Abruzzen Italiens. In allem was wir tun, "besitzt die Zukunft ein Mitspracherecht". Diese zauberhafte Formulierung verdanken wir Gerd von Achenbach, aus seinem Vortrag zur Verleihung der Förderpreise für nachhaltigen Mittelstand

Zweiter Preisträger im Kloster Plankstetten war Soli fer Solardach.

An das Wesentliche erinnerte der erste Preisträger, Götz Rehn, Chef der Alnatura: Wirtschaft bedeutet, anderen Menschen Nutzen zu stiften. Der Eigennutz folgt daraus, er geht ihm nicht voran. Wer diese Dinge auf den Kopf stellt, erringt keine Existenzberechtigung im Markt, jedenfalls nicht nachhaltig. Der Kniff liegt darin, den Nutzen füreinander und miteinander zu schaffen. Dazu zählen Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Geldgeber.

Wirtschaften heißt immer, für andere tätig sein

Zum Kaffee gab Rehn dann Anekdötchen zum besten, darunter die Sache mit seinem Scheibenwischer. Bis der wieder tat, wozu er da ist - das automobile Kraftfahren bei Nässe zu ermöglichen - musste der Wagen dreimal in die Werkstatt. "In Deutschland wird schon die Grundleistung nicht mehr erbracht" sagte Rehn, kein Wunder, dass das Land nicht aus dem Knick komme: "Wir strengen uns nicht mehr an." Wir haushalten kopflos und herzlos.

Da haben wir stets geraten, der Kunde möge über den Grundnutzen hinausgehen und durch Zusatznutzen klären, wie er sich vom Konkurrenten unterscheidet. Wir müssen wohl von vorne anfangen.

Grundnutzen ist zum Beispiel, dass Sie es zuhause trocken und warm haben.

Zwar sollte den Pflichten zur Zusammenarbeit, Verantwortlichkeit und Eigeninitiative, die im Qualitätshandbuch nach ISO 9000 sämtlich aufgeführt sind, ein Verständnis des Haushaltens zugrundeliegen. Aber man kann die Erkenntnis auch in kleinen Schritten erarbeiten, sie während der Arbeit erwerben, nachhaltig anbauen. In diesem Sinne wünscht Ihnen ein schaffensfreudiges Jahr,

Einzelne Merkmale kann man herauspicken, auch ohne Grundlage. Sie nützen aber nichts.

Ihr Oliver Baer

 

PS 1: Das Auto wurde unweit des Klosters angefertigt. Suchen Sie mit dem Finger auf der Landkarte, dann merken Sie sich gleich den Standort dieses tüchtigen Klosters. Und fahren Sie mit leerem Kofferraum hin.

PS 2: Spottolski verleiht sein Rederecht in dieser Ausgabe an Martin Röll: "Ausnahmsweise!"

Herzlichen Dank für Ihre Weihnachtsgrüße - wir bewundern jeden, der sie pünktlich verschickt!

 

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Thema


Marketing beutet Kultur aus

Wie stemmt ein kleiner Handwerksbetrieb den Aufwand, sich mit Kultur abzugeben? Lohnt er sich? Konzerne bessern ihren Leumund mit Kultur auf, pflegen dafür ein Budget und bringen den Mehraufwand im Schlupf des Großbetriebes unter.

Nicht immer dient die Kunst als Feigenblatt. Beispielsweise im Hause dm Drogeriemarkt (übrigens auch bei der Alnatura) zählen Theateraufführungen zur Lehrlingsausbildung. Ein Stück auf die Bühne zu bringen, schult die Zusammenarbeit, die geübte Bühnenpräsenz stärkt die Person des Verkäufers im Laden, und das Kulturleben im Haus formt das Bewusstsein, mehr als nur ein Rädchen im Betriebsgeschehen zu sein.

Kultur nützt auch dem Marketing. Der Kunde sieht: Die haben außer Geldverdienen noch etwas im Kopf. Das macht sie zu wirklichen Personen, und glaubwürdig.

Möchte ein Kleinbetrieb über die Rampe bringen, dass sein Kunde Wertarbeit erhält, dann kann er sich die üblichen Behauptungen sparen. Die glaubt ihm eh nur, wer es nicht besser verdient. Er muss Indizien liefern, aus denen der Kunde schließt: "Mit diesem Anbieter solltest du mal reden!" Andererseits müssen die Kosten kurz und die Margen gesund gehalten werden, für Luxus fehlt dem kleinen Anbieter der Spielraum. Den kann er jedoch erweitern, indem er die Ressourcen seiner Mitarbeiter einbindet. Und die machen von Herzen nur mit, wenn es in ihren Kram wirklich passt.

Beispiel: Setzen Sie Ihren Kunden zum Tag der offenen Tür statt heißer Würschtel piemontesische Küche vor. Aber nur, wenn Sie nicht der einzige im Unternehmen sind, der gerne kocht, noch dazu norditalienisch.

Was das Marketing fragwürdig macht, ist sein kurzer Atem: Was lassen wir uns denn dieses Jahr einfallen?

Damit sich solche Dinge nicht als Marketingtrick entlarven, gehören Sie eingebettet in ein Betriebsklima, nicht zu kühl, nicht zu heiß. Und dem Marketing dient Unternehmenskultur, wenn sie mehr bezweckt als irgendwie, egal wie, ein Profil gegenüber der Konkurrenz zu erzwingen. Der Aufwand erscheint zunächst fremd, der Lohn ist aber nicht von schlechten Eltern: Strapazierfähige hausinterne Beziehungen und ein kosteneffektives Marketing, um nur zwei der löblichen Folgen zu nennen. Schon auf dem Weg dahin kam beispielsweise Soli fer in den Genuss besserer Verkaufsleistungen im Außendienst. Besser lautete hier: Aufträge mit besseren Margen zu erzielen, Blindleistung für Sehleute zu vermeiden, die dann doch beim Billigheimer kaufen.  (ob)

Kulturmarketing eines Handwerkers, siehe unten: Beiträge zur Deutschen Sprache

 

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Die Gedanken sind frei - nicht alle

Zwischen der Entscheidung etwas zu tun und dem Beginn ihres Vollzugs liegen 350 Millisekunden. Das ist nachgewiesen: Erst kommt die Tat, dann die Entscheidung.

"Wir tun nicht, was wir wollen - wir wollen, was wir tun," meinen dazu die Hirnforscher

Lange Jahre hat es gedauert, bis sie der Gesellschaft ein Diskussiönchen entlockten: Wie frei ist der Mensch? Ein bisserl qualmt es nun im Gebälk der Philosophie. Das Volk jedoch nimmt übel, weil, so schließt es messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.

Zu diesem Schluss kam auch Palmström in Die unmögliche Tatsache

Es war aber schon vor den berüchtigten 350 ms bekannt, dass Fernsehen eine zwanghafte Handlung ist; Mobbing ist eine und im Unterricht zu quatschen entspringt auch keiner freien Entscheidung. Der Spielraum war schon immer, auch für Nichtmarxisten, kleiner als wir zu glauben vorziehen. Bevor wir nun um die richtige Antwort verlegen werden: Warum kümmern wir uns nicht um die richtige Frage? Dass die Gedanken frei sind, sang schon Walther von der Vogelweide. Wie wärs, wenn wir unterstellten, es gäbe überhaupt nur diese Freiheit, nur die in Gedanken? Oder zumindest, dass Freiheit beim Denken beginnt?

Und selbst diese Freiheit müsste sich jeder erobern. Denn sobald wir probieren, einen eigenen Gedanken zu fassen (nicht bloß Videos von Bildern ablaufen zu lassen, die wie Gedanken aussehen) merken wir ja, jeder klammheimlich für sich, dass es mit der freien Auswahl unserer Gedanken nicht weit her ist. Dass es viel zu tun gibt. Und dass Freiheit Einsamkeit bedeutet, denn Freiheit, die nur mit anderen erobert wird, ist wahrscheinlich nur ein neuer Satz von Zwängen.  (ob)

Esso, in den Siebzigern: Es gibt viel zu tun - packen wirs an!

 

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Charliers Depeschen aus Digitalien


Webseiten künftig mit Videos in Gebärdensprache?

Nein, Sie müssen das nicht machen. Aber immerhin hat das von KommKonzept Michael Charlier entwickelte Service-Portal der Polizei NRW in diesem Jahr wegen solcher Videos wieder einen der begehrten Biene-Preise für hohe Zugänglichkeit bekommen. Warum?

Nicht für Gutmenschen. Nur für solche, die auch Gehörlosen etwas verkaufen möchten.

"Gehörlose? Die können doch lesen" ist die landläufige Meinung , aber genau das ist nicht immer der Fall. Kinder, deren Schwerhörigkeit zu spät erkannt oder falsch behandelt worden ist, haben es außerordentlich schwer, unsere ganz auf Sprechen und Hören ausgerichtete Sprache zu erlernen. Viele verlassen die Schule mit unterentwickelter Sprachbeherrschung und schlechter Lesefähigkeit - sie ziehen es vor, sich wo immer möglich in ihrer auf Gebärden beruhenden "natürlichen Muttersprache" zu verständigen.

Oft fühlen sich Gehörlose wohler mit der Gebärdensprache

Die Polizei als Einrichtung, die staatliche Gewalt in oft eingreifender Weise geltend machen kann und muß, soll sich gegenüber allen verständlich machen. Erst recht auf ihrem Serviceportal, wo Bürger sich direkt an die Polizei wenden und gezielt Aktionen anstoßen können. Dieses Portal besteht technisch aus einer Reihe von Formularen (Online-Anzeige, Online-Beschwerde usw.) - und nirgendwo fühlt sich der Bürger der Staatsgewalt so ausgeliefert wie beim Ausfüllen von Vordrucken, Anträgen und anderen Formularen.

Beim Ausfüllen von Formularen werden drei Viertel der Bevökerung zu Behinderten

Wir haben daher diese Formulare zum einen so einfach aufgebaut, wie nur irgend möglich, und zum anderen mit vielen Hilfestellungen ausgestattet. Einiges ist im Vordergrund sichtbar: Zu jedem Abschnitt gibt es Hilfetexte, die verdeutlichen, worum es an dieser Stelle geht. Diese Hilfen sind sowohl für sehende als auch für hörende Besucher der Seiten zugänglich. Anderes wirkt im Hintergrund: Eine fuzzy logic erkennt Fehlschreibungen von Ortsnamen und macht gegebenenfalls einen Dreiervorschlag, der auch Sprachunkundigen hilft, Ortsnamen unmißverständlich (und automatisiert weiterverarbeitbar!) zu bezeichnen.

In diesem Zusammenhang erschien es nur logisch, die Hilfestellungen auch in Gebärdensprache anzubieten. Da die Polizei NRW eigene Dolmetscherinnen für Gebärdensprache hat, konnte sie einen Teil der Filme sogar selbst produzieren. Außerdem waren die meisten Hilfe-Videos mehrfach verwendbar - schließlich sind es immer die gleichen Knackpunkte, die beim Ausfüllen der Formulare Schwierigkeiten machen.

Genau an dieser Stelle können andere Web-Anbieter von unseren Erfahrungen profitieren. Beispiel Online-Shop: Es geht doch nicht darum, den ganzen Laden mit Hunderten Artikeln auch als Video zu präsentieren - es wäre schon viel gewonnen, wenn z.B. eine einfache Beschreibung des Bestellvorgangs und eine Kurzfassung der Hauptpunkte aus den AGB als Gebärdenvideos angeboten würden.

Wenige Videos genügen und sind mehrfach verwendbar.

Das macht dann exakt zwei Videos, die an strategischen Stellen des Webauftrittes und beliebig oft eingebunden werden können. Sie zeigen den Besuchern - allen Besuchern, wohlgemerkt, daß man hier willens und imstande ist, die Welt aus der Kundenperspektive zu betrachten.   (mc)

Die Polizei muss,
Sie dürfen.

 

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Leser, Kollegen, Wettbewerber


Beobachtungen und Verweise

TränsperÄNNzi, liebe FrÄNNzi!

Müssen deutsche Radiosprecher englisch können? Und wenn ja, genügt die Hälfte?

Moderatoren am Mikrofon ziehen aus dem Englischen mitunter nur das halbe Wort an Land. Bei Eigennamen ist das peinlich, etwa bei Transparency International, welches kein Angelsachse wie unsere liebe Fränzi spricht: TränsperÄNNzi klingt, wie wenn einer falsch singt. Die richtige Betonung gelingt sogar den Amerikanern auf der Silbe PAR, also transPARency. Wenn schon, denn schon.  (ob).

Fremdwörter sind wie Marzipankartoffeln,
man wirft sie nicht im Dutzend ein.

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Beiträge zur Deutschen Sprache

Mit kurzweiligen Beiträgen zur Deutschen Sprache verspricht der Jour fixe von Soli fer auf Anhieb zur Tradition zu werden.

Zum Auftakt gab es vor vollem Haus einen Vortrag "Fremdwörter nützen der Muttersprache - oder auch nicht". Der Referent überzog seine Zeit und ich verspreche, es nicht wieder zu tun. Eine freundliche Kritik gab es im Blick: Wertschätzung und Feingefühl (Jpeg-Datei zum Herunterladen - 200 K)

Die Veranstalter, selbst erst jüngst zu Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache (VDS) geworden, waren vom Echo überrascht: Viele Leute machten sich die Mühe anzurufen, dass sie diesmal nicht kommen könnten. Den nächsten Beitrag in der Reihe dürfte auch die Arbeitsgruppe Sprache und Marketing im VDS interessieren:

Wortgeklingel im Marketing, auf Deutsch und Englisch

Der Vortrag am 7. Februar 2005 ist für Unternehmer und für Profis im Marketing, in der Werbung, in der Öffentlichkeitsarbeit. Sprache ist nicht nur ein Kulturträger - Luxus - sondern zugleich Instrument einer Verständigung mit Kunden und Öffentlichkeit.

Der Vortrag richtet sich nur vordergründig gegen Denglisch und Englisch. Tatsächlich kann man nachweisen, dass es ohne gutes Deutsch keine Authentizität gibt, auch als Echtheit bekannt. Sprache ist eine Waffe, sagte Tucholsky. Sie wie einen Hammer zu verwenden, geht auch, aber es geht nicht gut. Und es macht das Marketing unnötig teuer.

Die folgenden Vorträge in Freiberg

Mehr über den Inhalt dieser Vorträge. Es gibt die Vorträge jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr im Solarzentrum der Soli fer Solardach GmbH, Zuger Straße 7B, Freiberg/Sachsen, Voranmeldung erbeten bei Christine Benedix, Telefon 03731 692100.   (ob).

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Förderpreise nachhaltiger Mittelstand

Erstmals hat die Ethikbank ihre Förderpreise verliehen.

Geehrt wurde im Kloster Plankstetten unser Kunde Soli fer; ferner gab es mit Alnatura einen ersten Preisträger, aber was für einen, sowie einen dritten, die Hering Bau aus Nordrhein-Westfalen.

Die Ethikbank ist eine deutschlandweit tätige Direktbank für ethische und ökologische Geldanlagen, die das Geld ihrer Kunden für Mensch und Natur investiert.

  (ob).

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Fehler verboten

Unsinn muss man nur oft genug wiederholen, irgendwer glaubt ihn schon.

So klopft - wie ein Specht auf den Stamm - die Proudfoot Consulting-Gruppe in einer Studie "Managing for Mediocrity" zum immergrünen Thema der Produktivität: Benötigt würden strikte Systeme, Zielsetzung, Kontrolle usw.. Die Studie wiederum entfachte Meldungen in der Presse; die im Spiegel liest sich so:

Wie Manager den Fortschritt ausbremsen

Einer Studie zufolge gehen in deutschen Unternehmen pro Jahr und Mitarbeiter 74 Arbeitstage verloren, weil Manager falsch planen, schlecht anleiten oder Chaos anrichten. Verbesserungen in der Führung würden weit mehr bringen als die Verlängerung der Arbeitszeit oder Lohnkürzungen.

Will sagen, die Manager sollen aufhören, Fehler zu machen.

Als kleiner Junge hörte ich in der Straßenbahn eine Frau schimpfen: "Beim Hitler hätte es das nicht gegeben. Da waren Verbrechen verboten."

Neugierig geworden? Hier finden Sie die Proudfoot Consulting  (ob).

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Fehlerkorrektur bei brand eins

Auf der Startseite von brand eins las man von diese Worte der Chefin Gabriele Fischer:

"Zwei Wege gibt es, die ganz sicher ins Abseits führen: nichts probieren. Und: nicht korrigieren, wenn sich ein Experiment als falsch herausgestellt hat.

Deshalb werden wir ab sofort unseren Online-Auftritt wieder ohne Login für alle Besucher öffnen: Die Zugangsbeschränkung z. B. für das Archiv war eine Idee, die zeitgemäß schien - letztlich aber nicht zu der Offenheit von brand eins passt.

Login bedeutet, Sie brauchen ein Passwort

Seien Sie also willkommen in der bunten Welt von brand eins - allein die jeweils aktuelle Ausgabe gibt es künftig in voller Länge erst einmal nur am Kiosk oder, für Abonnenten, mit der Post. Sie geht erst zum Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe als komplette Volltextausgabe ins Archiv."

Hier gehts zum Archiv von brand eins. Kenner kaufen das Heft am Bahnhof, Genießer ziehen brand eins aus dem Briefkasten.   (ob).

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Starke Wörter

Zum Beispiel der Drönbüdel. Siehe Deutsch für Profis: Münsterland, Ostfriesland, Hamburg. Ich hab neun von achtzehn Punkten erreicht.

Drönbüdel = Langweiler.   (ob).

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Gestörte Verdauung

Sehr geehrter Herr Meisegeier!

Wir schicken Ihnen seit Monaten per Imehl so viel Müll, dass wir selbst nicht mehr durchblicken: Wollen Sie nun eine gefälschte Uhr, oder nicht?   (ob).

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Der Suchmaschinen-Robot und der Webdesigner

Ein unidirektionales, virtuelles Märchen

"An einem schönen Sommerabend in einer rheinischen Großstadt lehnte ein Suchmaschinen-Robot gelassen an einer Kneipentheke und genoss nach seinem langen Arbeitstag ein paar Gläser kühles Alt. Er hatte in den letzten 24 Stunden 16 Millionen WWW-Seiten gelesen und ausgewertet. Die Ergebnisse hatte er bei der Datenbank abgeliefert. Für heute reichte es ihm. Bloss keine HTTP-Anfragen mehr." Weiterlesen Sie hier.   (ob).

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Sylvicultura Oeconomica

1713 veröffentlichte Hans-Carl von Carlowitz seine Sylvicultura Oeconomica, oder Hausswirthliche Nachricht und Naturmässige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht

„Wird derhalben die größte Kunst, Wissenschaft, Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen, wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen, dass es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe, weil es eine unentbehrliche Sache ist ohne welche das Land in seinem Effe [= Wesen, Dasein] nicht bleiben mag. [...] Wo Schaden aus unterbliebener Arbeit kommt, da wächst der Menschen Armuth und Dürfftigkeit.“

Vonselbst draufgekommen

Weitere Information und Quellen im Gagabot.   (ob).

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Spottolski


 

Wie man einen Fluch bugt

Aufgabe: Du willst am 16.11.04 mit SAS zum Jugendlichen-Tarif von Stockholm nach Zürich fliegen. Wer was lernen will, hört jetzt hier auf zu lesen und probiert es erstmal selbst.

So geht es:

Martin Röll berät Unternehmen beim Einsatz von Weblogs und Wikis für die Zusammenarbeit über das Netz sowie zum Wissensmanagement, bei der Konzeption von Netzauftritten, Intra- und Extranets sowie beim Online-Marketing. Er könnte Sie zum Lesen von Weblogs verführen, siehe seinen E-Business Weblog, nüchterne Seelen begenügen sich mit seiner Startseite.

  1. Du googelst "SAS" und kommst auf scandinavian.net. Die Website verheißt a smart way of planning, booking und noch mehr blabla, aber das interessiert ja jetzt nicht.

  2. Select country of residence: - "Germany"

  3. Du sagst: "Hallo SAS!" SAS sagt: With your browser drop-down menus will not be updated automatically. Note: Use the arrow buttons to update drop-down menus. Na gut.

  4. "Leaving from:" Wählen... "Sweden". Klick. Warten. Jetzt steht dort "Sverige". Weiter. Wählen... "Stockholm". Klick. Warten. "Going to:" Wählen... Puerto Rico? Nein. Hm. Klick auf den Pfeil. Warten. Wählen... "Schweiz". Klick. Warten. Jetzt steht dort: "Switzerland". "Select City:" Wählen, "Zurich". "One Way". "Outward:" "16 Nov". Ich bin ein Erwachsener und keine Familie, die zusammen reist. "Next". Hurra.

  5. "Select Outward Date". Hey, ich hatte doch schon gesagt: "16 Nov". Na gut. Der Kalender zeigt Oktober, also wähle ich "November" aus der Dropdownliste und klicke auf den Pfeil. Klick. Warten. Warten. Die Seite lädt neu. Der Kalender zeigt Oktober. 16. Oktober. Aber wenigstens einen Preis haben wir schon: 936.11 € preliminary price incl. taxes. Uh. Du versuchst noch ein wenig, auf dem Kalender herumzuklicken, ohne sichtbaren Erfolg.


    Wahlweise:

    Du klickst ein wenig herum und bekommst eine mit einem Datum parametrisierte URL in die Browserzeile, die Du so umwandelst, dass Dein gewünschtes Datum drinsteht. Einen GET-Request später hast Du die Flüge des 16. November auf dem Bildschirm - oder

    Du startest Deinen Browser neu und versuchst noch einmal. Beim zehnten Versuch blättert der Kalender tatsächlich um.

  6. Du wählst den 15-Uhr-Direktflug (594 Euro) und klickst auf "Next".

  7. Du beginnst das Formular auszufüllen, obwohl die angezeigten 694 Euro nicht wirklich der Preis sind den Du zahlen willst, als Du merkst, dass Dir das System gerade den 7-Uhr-Flug verkauft. Der "Back"-Button rettet Dich.

  8. Du wählst wieder den 15-Uhr-Flug aus und klickst statt auf "Next" auf "Update price". Klick. Warten. "Next". Warten.

  9. Das altbekannte Buchungsformular, diesmal für den richtigen Flug. 694 Euro. Wo sind hier die Jugendtarife, Ma'am?

  10. Du suchst.

  11. Du suchst weiter.

  12. Du entscheidest, das sie hier nicht sind.

  13. Da Du weißt, dass es Jugendtarife gibt, googelst Du "SAS Ungdom" weil Du am Tag vorher gelernt hast, dass "Ungdom" was mit billigen Flugtickets zu tun hat. Als erster Treffer erscheint eine 404-Seite. Die zweite Seite redet von Bonuskarten, die Dir nicht weiterhelfen. Immerhin: Im linken Menu steht hier etwas mit "Ungdom / studerante", was vorher nicht da war. Das ist ja schonmal was.

  14. Die "Summary in English" hilft nicht weiter. Du wählst "Europa". Ab jetzt wird es schwedisch.

  15. Hübsche Seite. Hübsches Foto. Ein Parkautomat. Aber ich will ja nicht parken, sondern fliegen. Ah, ein Link: "Se ditt pris / boka" Ja, genau. Das will ich.

  16. Boka med start i Sverige Klingt richtig. Und jetzt lieber Boka inrikes (förutom Östersund), Boka inrikes till/från Östersund oder Boka Köpenhamn fram till 31 dec 2004? Nein, dann doch lieber Boka till Europa 1 denn Klicka på 'Europa 1' om du ska resa till Belgien, Estland, Finland, Frankrike, Grekland, Irland, Italien, Kroatien, Litauen, Nederländerna, Norge, Polen, Ryssland, Schweiz, Ha! Schweiz!

  17. Klicken, warten.

  18. Timeout. "Select country of residence". Mist. Wieder von vorne. "Germany".

  19. Doppelmist: Die Option in der linken Spalte mit dem "Ungdom"-Kram fehlt. Also nochmal: Browser zu. Browser wieder auf. "Select country of residence". Schweden.

  20. "Ungdom", "boka", "Europa 1", wie gehabt.

  21. "Sweden" und "Stockholm" stehen schon drin, fehlt also nur noch "Switzerland". Klick. Warten. "Zurich". Jag ska inte resa själv? Ob ich selbst reise? Ja. Also anklicken. (Später wirst Du lernen, dass das die falsche Option war, die Auswahl aber für den weiteren Buchungsverlauf völlig folgenlos bleibt.)

  22. Wieder der Kalender. Wieder dasselbe Spiel: "November, Klick, und wir sind im Oktober. Du parametrisierst wieder in der Browserzeile, grinst verwegen und wählst "Nästa".

  23. Severe error encountered! "Back" funktioniert nicht. Du startest von vorne.

  24. Navigieren, Wählen, Klicken, Warten, Parametrisieren, "Nästa" und tatsächlich: Die Flüge des 16. November. Alle verfügbar und zum Spottpreis von 1554 SEK. Bald heben wir ab.

  25. Du wählst den zweiten Flug und "Uppdatera Pris", da Du ja lernfähig bist, und, als sich nichts verändert, "Nästa".
  26. Das Buchungsformular. Du füllst es aus. Alles ganz einfach. skickas ist schon ein komisches Wort. Adresse, Ort, Postleitzahl, Land. Oh Mist, Land! "Sverige". Nein, ich wohne doch in Deutschland! "Sverige". Eine Dropdownbox ohne andere Auswahlmöglichkeit. Dunkel erinnerst Du Dich: "Select country of residence". Ja, genau. Jetzt rächt sich das. Tief in Deinem rechten Ohr hörst Du ein höhnisches Lachen.

  27. Du versuchst mittels Neustart und der Auswahl von "Other" als Land Dich irgendwie durchzumogeln und scheiterst.


    Intermezzo: Du prüfst die Nachtzugverbindungen Stockholm-Zürich und diverse Billigfluggesellschaften. Du stellst fest, dass keine akzeptable Variante dabei ist. Du fragst Dich, ob Du nicht den Hausmeisterjob in Ottendorf-Okrilla hättest annehmen und zu Hause bleiben sollen.

  28. Du besorgst Dir eine Adresse in Schweden, an die Dir SAS eine Rechnung schicken kann. Du wiederholst den Buchungsprozess.

  29. Du wiederholst den Buchungsprozess. Das blöde Ding encoutered schon wieder nur severe errors.

  30. Du wiederholst den Buchungsprozess.

  31. Du gibst in Mozilla auf, startest Internet Explorer und wiederholst den Buchungsprozess. Leichtes Würgegefühl überkommt Dich.

  32. Du friemelst die lange Adresse in das viel zu kurze Adressfenster. Du freust Dich ob Deiner Kreativität beim Erfinden immer neuer Abkürzungen für die Unterabteilung der Organisation, in der Deine Rechnung ankommen soll.

  33. Du hackst Deine Zahlungdaten ein.

  34. Du bestätigst die Fehlermeldung auf der nächsten Seite und hackst Deine Zahlungsdaten erneut ein.

  35. Du bestätigst und stößt ein Stoßgebet aus.

  36. Du hast ein Flugticket gekauft.

Schön war's, SAS. Danke. Wenn die Stewardessen ähnlich kompliziert zu bedienen sind, wird's interessant.  (Martin Röll)

 

Wegen dieser Übung hat sich Spottolski dieses mal vertreten lassen.

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Gegen den Strich gekämmt


 

Die Rechnung geht - an Sie?

... Denn zu klären sei künftig nicht nur, wie man die Folgen des Klimawandels begrenze und sich ihnen anpasse - sondern auch, "wie wir letztlich für sie bezahlen".

Der Spiegel zitierte Jendritzky und Schär: Menschen mitschuldig an tödlicher Hitzewelle

Auch wer nicht an den Klimawandel glaubt, muss ihn bezahlen. Im hitzigen Sommer des Jahres 2003 waren das läppische 200 Euro pro Bundesbürger. Anders schauts aus, wenn ein Atomkraftwerk den GAU (den größten anzunehmenden Unfall) abfackelt. Die GAU-Risiken dieser Kraftwerke hatte eine CDU-Regierung vor über zehn Jahren ermittelt, die Analyse dürfte also stimmen. Denkt man die Sache zu Ende, müssten wir - der Staat, das sind wir - Rückstellungen bilden, streng genommen. Wieso?

Unvoreingenommen

Weil sich die Versicherer weigern, AKW zu versichern.

Die Rücklagen beliefen sich auf 63.000 Euro pro Person, unter Einschluss aller Greise, Säuglinge und Türken sowie sämtlicher Frauen, die den Vaterschaftstest ablehnen. Und diese Kohle müsste vor dem Disaster eingesammelt werden, denn wenn der Schaden erst mal da ist, ist eh keiner mehr flüssig.

Errechnet aus Gesamtschaden geteilt durch Millionen Bürger im Lande

Nichts tun bringt Segen? In Deckung gehen schon eher. Versichert sind wir also nicht. Volkswirte könnten die Sache ja mal zu Ende rechnen, von wegen Überliquidität, synchroner Investitionsfähigkeit und dergleichen. Falls sie sich trauen.  (ob)

 

Und die Marketingleute der Energieversorger könnten mal die Luft anhalten.

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Das war's für heute!

 

baerentatze

Impressum

Deutsche Bibliothek : ISSN 1619-7909 (Web-Ausgabe)
Jahrgang/Ausgabe/Datum : 7 / 1 / 24.1.2005
Frequenz / Preis : äußerst unregelmäßig / gratis
Herausgeber : Dipl.-Ing. Oliver Baer
Inhalt Website : www.baerentatze.de/files/sitemap.htm
Impressum nach $6 TDG : www.baerentatze.de/files/impress.htm

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