Beitrag vom 10 Dezember 2011
Kürzer hätte ich es nicht sagen können:
Damit kein Missverständnis aufkommt. Ich mag das Land und seine Menschen. Den feinsinnigen Humor, die Toleranz, die Gelassenheit, die Sprache, die Lebensart, die Kultur, auch die globale Orientierung. Gerade wir Deutschen mit unserer Neigung zu übertriebenen Ängsten können manches von den Engländern lernen. (Wolfgang Kaden in Spiegel Online)
Ich bin seit der Kindheit ein Europäer, ein deutschsprachiger Europäer, der zuerst Französisch, erst später Englisch lernte, und dann achtzehn Jahre im angelsächsischen Ausland gelebt hat. Mir haftet kein Beispiel in Erinnerung, wo sich die Engländer als Europäer hervorgetan hätten. Sie waren es nie, sie sind es nicht und sie gehören wer weiß wohin, jedenfalls nicht in die Europäische Union.
Mir sind als Europäer die Türken, sogar die Russen näher als die Engländer. Die Isländer streben zur Europäischen Union, die Iren sind (ziemlich glaubhaft) ein Mitglied der Union. Und im Grunde sind es auch die Norweger – mit denen wir sehr gut auskommen, obwohl sie der Union fernbleiben (so lange das Öl fließt). Aber die Engländer, so lange sie darauf bestehen, ihren Finanzplatz London für die edle Aufgabe zu bewahren, dass die Vernichtung der Weltwirtschaft zügig voranschreiten möge, so lange gehören diese Engländer in Quarantäne.
Auf keinen Fall gehören sie in die Brüsseler Büros, wo sie für jede wichtige Sache die Entscheidungsvorlage schreiben – weil eben keiner so gut Englisch kann wie die Engländer – und wo sich alle Übrigen einreden lassen, “English first!” gehöre zum Wesen der global vernetzten Welt.
We have let you get away with it for too long.




