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Sprachspuren in Marketing, Kultur, Ethik
Krieg gegen die Armut

Montag 10 März 2008

Die südafrikanische Regierung hat einen War Room eingerichtet, für den War Against Poverty, den Krieg gegen die Armut.

Eine Idee ganz nach dem Geschmack des Kollegen, den wir in Johannesburg besuchten. “Sie werden eine A-Bombe draufwerfen”, sagte er, “auf die Armut”. Auf Englisch klang das so: “They’ll nuke it.” Nein, meinte ein anderer: “Gib ihr 24 Stunden, das Land zu verlassen, sonst setzt es was.”

Die Älteren erinnern sich vielleicht an den war room aus Stanley Kubricks Film Dr. Strangelove or: How I learned to Stop Worrying and love the Bomb (Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben) aus dem Jahr 1964. Dort inszenierten psychopathische Generäle, Politiker und Wissenschaftler ihre Vorstellung vom Krieg.

Jüngeren Datums ist der Aufstand der Anständigen, zu dem Kanzler Schröder nach dem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge aufrief. Kollege Charlier sah bereits Kohorten von Rentnern mit erhobenem Schirm durch die Straßen ziehen, den Braunen viel Furcht einflößend.

Sprache in der Politik verrät nun mal den Geisteszustand ihrer Benutzer. Zum Beispiel beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Hat ihr schon mal einer die Fresse poliert, der Arbeitsminister zum Beispiel? Natürlich nicht, so war der Kampf nicht gemeint. Und der Krieg in Südafrika auch nicht. Aber, was meinen die Regierenden wirklich?


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