Kultur nützt den Menschen in der Wirtschaft
: Ein Wettbewerb, mithilfe der Sprache eine Stelle zu finden
Marketingpreis
für sprachstarkes Auftreten. Oliver Baers Kunde erhält Marketingpreis des Deutschen Handwerks
Patenschaft
Oliver Baer sucht sich ausgerechnet das Wort "Englisch" aus.
Eine Stelle finden mit gepflegter Muttersprache
Wettbewerb um klare Worte und Gedanken
"Eine Stelle finden mit gepflegter Muttersprache" lautet der Aufruf an Abgänger der Hoch- und Fachschulen, Universitäten, Gymnasien, Berufsschulen und Berufsakademien im Großraum Chemnitz und der Mittelschulen in Chemnitz. In die Welt gesetzt haben den Wettbewerb die Volksbank Chemnitz, die Soli fer Solardach GmbH in Freiberg und der Verein Deutsche Sprache (VDS). Die Schirmherrschaft hat Sachsens Staatsminister für Kultus, Herr Steffen Flath, übernommen.
Entwickelt wurde die Idee zu dem Projekt von Marketingberater Oliver Baer. Als Regionalleiter Chemnitz des VDS sucht er stets neue Wege, auf denen wieder klar wird, wie wichtig und auch praktisch die Muttersprache in der Berufswelt ist. Aus diesem Grunde läuft der Wettbewerb unter dem Motto "Kultur nützt ... den Menschen in der Wirtschaft".
Was hat Sprache mit Karriere zu tun? Genügen ein paar Formulierungen, um sich ins rechte Licht zu rücken? Das nicht, aber damit er zum Vorstellungsgespräch überhaupt eingeladen wird, muss der Bewerber schon im Anschreiben dafür werben, dass seine Vorlage in die engere Wahl kommt. Tatsächlich geht es um Werbung, nicht um eine Mogelpackung und das ist Gegenstand des Wettbewerbs.
Die Teilnehmer bewerben sich bei Unternehmen aus der Region oder bei den Förderunternehmen des Wettbewerbs, entweder auf deren ausgeschriebene Stellen oder mit einer Initiativbewerbung. Der Wettbewerb beschränkt sich ausdrücklich auf die Ausdrucksweise im Anschreiben, also auf die eine, höchstens zwei Seiten, die jeder Bewerbung obenauf liegen.
Wie kann der Absender darstellen, dass er der Richtige ist? Er muss sich über sein Zielunternehmen mit einigem Tiefgang informiert haben. Bevor er das tut, muss er sich selbst klar werden, was er kann, welche Erfahrungen er gemacht hat und in welche Richtung er sich beruflich entfalten möchte. Auch als junger Mensch hat er irgend etwas mit besonderer Hingabe, mit Fleiß, mit Tiefgang oder mit Breitenwirkung erlebt. Das war eine Studienarbeit in der Schule, ein Theaterstück, das man auf die Bühne brachte, eine gute Idee, die man als Zivi im Umgang mit Rollstuhlfahrern probiert hat. Erstens zur Selbsterkenntnis, zweitens zur Erkundung seiner Möglichkeiten in Markt und Unternehmen und drittens zur Formulierung seines Anschreibens - seiner Visitenkarte - braucht der Bewerber dreimal die Sprache. Wie er mit dem Werkzeug umgeht, dazu erfährt er Wichtiges in den vorbereitenden Werkstätten, die als ganztägige Veranstaltungen an Wochenenden in der Zeit vom März bis Mai und unter Mitwirkung von Unternehmen aus der Region angeboten werden.
Näheres über den Wettbewerb und die Förderunternehmen und die Gelegenheit zur Anmeldung findet man ab 1. Januar 2006 auf der Website
www.kultur-nuetzt.de
, wo sich auch ein Ort für Tipps und Ratschläge finden wird. Einsendeschluss für die Kurzbewerbungen ist der 10. Juni 2006, die Preisverleihung ist für Ende Juni vorgesehen.
Gibt es etwas zu gewinnen? Das auch, aber das wichtige Ziel bleibt, die Hürde zum persönlichen Gespräch im Wunschunternehmen zu schaffen und es soll ein Gespräch mit gutem Aussichten auf eine berufliche Zukunft sein - da macht sich die gründliche Vorbereitung bezahlt. Die Erfahrung, am Wettbewerb teilgenommen zu haben, kommt allen zugute, die sich die Mühe gemacht haben, sei es bei künftigen Bewerbungen oder im Lauf des beruflichen Alltags. Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten von der Jury ein Empfehlungsschreiben, darüber hinaus gewinnen die drei Erstplazierten einen videogestützten Übungstag für Bewerberverhalten, veranstaltet von der Technischen Universität Chemnitz. Darüber entscheidet ein Preisgericht aus namhaften Vertretern der Wirtschaft, des Vereins Deutsche Sprache, des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und des Wirtschaftsmagazins "brand eins". Die Jury sucht die besonders gelungenen Bewerbungen aus und leitet sie an die Unternehmen weiter.
Fachkräftemangel und Standortförderung
Die Unternehmen der Region Chemnitz sind aufgerufen, sich für Bewerbungen aus dieser Initiative zu öffnen. Die Veranstalter bitten um ihre Anmeldung als Förderer des Wettbewerbs, sodass www.kultur-nuetzt.de auf sie verweisen kann. Der Nutzen für die Unternehmen liegt auf der Hand. Auf ihre Stellenausschreibung lernen sie Bewerber kennen, die sich durch Initiative auszeichnen und genau wissen, warum sie sich bei ihnen bewerben. Ab Januar 2006 wird die Volksbank Chemnitz in Zusammenarbeit mit der IHK Südwestsachsen Unternehmen aus der Region gezielt anschreiben, um weitere Förderer zu gewinnen. Zum Nutzen für die Unternehmen zählen Zeitersparnis und Effizienzsteigerung in der Auswahl von Bewerbern, aber auch die Gelegenheit langfristige Personalplanung vorzunehmen und als Unternehmer einen Beitrag zur Standortentwicklung der Region zu leisten.
Auch das Regionalschulamt Chemnitz unterstützt den Wettbewerb und wird dazu beitragen, die Neuigkeit in den Schulen zu verbreiten. Wie man hört, stehen die Schulen unter Dauerbelagerung von Organisationen und Unternehmen, die unter dem Thema Bewerbung zu allerlei Aktionen locken, bei denen sie kostspielige Produkte und Leistungen absetzen können. Diese Aktion unterscheidet sich davon: Die Bewerber müssen bei den Werkstätten etwas leisten. Die Veranstalter sind gespannt auf die Reaktion der Berufseinsteiger: Wieviele werden es sein?
Dürfen auch Wiedereinsteiger in den Beruf oder Teilnehmer aus anderen Region mitmachen? Die Veranstalter sagen ausdrücklich: Keiner ist ausgeschlossen, bitten aber um Verständnis, dass das bundesweit erste Projekt dieser Art zunächst im überschaubaren Rahmen erprobt sein möchte. Es gibt auch begleitende Informationsabende beim Jour fixe des VDS mit der Volksbank und Soli fer in Chemnitz am 7. Februar: Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus und am 21. März Wertarbeit baut auf Klarheit in der Sprache.
Kontaktpersonen
Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Ansprechpartner ist Oliver Baer, Schleißbergstraße 10, 01896 Ohorn, Telefon (035955) 40099, mobil (0172) 377 3791 ; Netzpost oliver(at)baer-coach.de
Volksbank Chemnitz eG, Innere Klosterstraße 15, 09111 Chemnitz, Ansprechpartner ist Silke Hennig, Telefon (0371) 4903 309, Netzpost infovoba(at)volksbank-chemnitz.de
Soli fer Solardach GmbH, Zuger Straße 5b, 09599 Freiberg, Ansprechpartner ist Romy Heineken, Telefon (03731) 6921 00, mobil (0163) 6921 356, Netzpost: romy.heineken(at)solifer.de
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