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Wer etwas bewirken will, verwendet Tuwörter, das sind die Verben - sie drücken eine Handlung aus. Alles andere ist Vermeidung der Vornahme einer Handlung.

Dieser Beitrag wurde in der baerentatze veröffentlicht am 30. September 2001. Diesen Rundbrief können Sie auch gerne per eMail beziehen (kostenlos): Bestellung des baerentatze-Abonnements
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Wieviel Text eine gute Email enthält, haben wir besprochen. Heute geht's um die Verben. Mit den Verben steht und fällt, ob Ihre Email ernst genommen wird.
Verben sind die Tuwörter. Wer sich vor dem Tuwort drückt, vermeidet auch zu sagen, wer das Tun tun muss. Oder bis wann die Chose abzuhaken ist. So bleibt das Wichtige im Trüben. Und die Email gebiert weitere Emails, bis sich endlich klärt wer was bis wann TUN werde.
Mit Verben kommen Viele aber nicht zurecht. Den Stil aus dem Deutschunterricht der Grundschule setzen die Hochschulen fort, die Ämter sowieso, sämtliche Großunternehmen sowie die Kleinen die sich gebährden wie Große, ferner die Fachzeitschriften und selbstverständlich sämtliche Politiker.
Demnach befinden Sie sich in bester Gesellschaft wenn Sie für normales Deutsch halten, was mir die Gemeinde Ohorn folgendermaßen mitteilt:
Was mögen die vorhaben? Mich sorgt schon, dass sie es "erfolgen" lassen. Wenn nicht der Jäger auf den Hasen schießt, sondern einen Schuss erfolgen lässt - da lasset uns Deckung suchen, will sagen, lasset uns eine Deckungssuchung erfolgen lassen!
Liebe Leser, streichen Sie "erfolgen" aus Ihrem Vokabular, aus Ihrem Leben. Wenn's nicht anders geht, lassen sie die Dinge "geschehen". Wirklich sauber wäre wenn Sie sagten was Sache ist:
- Meier entwirft den Rohplan,
- Müller schlägt Löcher hinein
- und Schulze lädt ein zum Einigungsgespräch
Bei Ihnen heißt das aber: Die Rohplanung erfolgt in Abteilung X. Sie wird im Anschluss begutachtet vom Kommittee Y, die Synthese erfolgt unter Koordination durch Z.
In so einem Klima sorgt sich der Kreative nur um eines: dass sein Kopf nicht auf die Tischkante knallt.
Merke: Tuwörter schlagen alle Rechtschreibung.
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