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Sprache im Wirtschaftsalltag
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Alle Schlosser lügen

Hab ich als Praktikant gelernt, von den Webern. Heute weiß ich: Alle Webdesigner tüdeln.
     

Websites die den Juser
aufs Kreuz legen wollen

Meist ohne böse Absicht

 

Worum es geht

Der Juser surft entweder so wie die Anbieter es wollen, aber riskant. Oder er surft sicher, dann schmeißen ihn die Anbieter raus. da hat jemand etwas nicht kapiert.

Der Witz dabei ist, daß der Webseitenbau sich immer stärker an "Mehrheitskonventionen" statt an Standards orientiert. Dabei kann jeder "Mehrheits-Browser" (selbst der NS 4.7) sauberes (X)HTML voll wiedergeben, freilich zum Teil unter Verzicht auf Mätzchen. Aber lieber liefert man den 15% Antiquitätensammlern mit NS 4.7 bunte Mätzchen, als sich am zukunfts- und agentensicheren Standard zu orientieren. Und selbst da, wo sich beides vereinbaren ließe, zieht man aus Faulheit und Unkenntnis standardschädliche Mätzchen den standardkompatiblen Varianten der gleichen Mätzchen vor.

Michael Charlier, Im Januar 2002



Sag ich doch: Fragen Sie ihn, welches Webdesign Sie veranlassen sollten!

Hier besuchen Sie Dr. Charlier
 
Die Webdesigner unterstellen, es gäbe nur den Internet Explorer, sowie Netscape. Im übrigen ist die Welt der Designer eine Scheibe, an ihrem Rande sollen die Opera-Browser (und andere Radikale) ins Nichts fallen. Opera-Juser seien bloß eine Handvoll, und in der Wirtschaft finde nun mal kein Minderheitenschutz statt, basta.

Das ist richtig. Aber was, wenn es nicht die dümmsten sind, die Opera benutzen? Ich beispielsweise? (Siehe unten). Das könnte zwar Ihnen - und meistens auch mir - egal sein. Wenn es nicht einen akuten Grund gäbe, genauer hinzusehen.

Auf meinen Browsern - ich verwende alle drei - habe ich spaßeshalber sämtliche
Sicherheitslücken geschlossen: Javascript - ist riskant, jedenfalls im Explorer, wenn der Juser auch Outlook besitzt; ActiveX - hoch riskant; Cookies - nur unter bestimmten Bedingungen (die eigentlich nur im Opera einfach und bequem zu formulieren sind).


Das Resultat: Über die Hälfte der besuchten Sites ist schlichtweg
nicht zu gebrauchen. Offenbar darf ich, der Juser, entweder virenabstinent sein oder die Site genießen, aber beides zugleich, das lieber doch nicht.

So dämmert mir, dass ich, als sicherheitsbewusster Opera-Juser, wie ein Aussätziger behandelt werde. Das macht mich grübeln. Ist es nur Nachlässigkeit oder bloß Arroganz, oder wollen mir diese Sitebesitzer mit soviel
krimineller Energie auf den Pelz rücken?

Also, dem Geschäft nützt es wenig, wenn Sie Ihre Besucher verärgern. Dabei ist die Lösung einfach: Lassen Sie den Firlefanz, codieren Sie ein
sauberes, unprätentiöses HTML, oder meinetwegen ganz modern XHTML, und alle sind's zufrieden!

Bis auf Ihre Webdesigner. Aber die zählen nicht, nicht wirklich. Es gibt in der Wirtschaft
keinen Minderheitenschutz.

Es könnte sein, dass Sie den Kollegen Charlier zu Rate ziehen müssen, schon alleine um ein handfestes Briefing für Ihre Webdesigner zu formulieren.



Noch etwas: Dass ich nicht der dümmste bin, damit kann ich leben.

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