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Hier geht's nicht um PISA
Hier geht es um den Schulmeister der Nation, den Weltmeister des Marketings
Schulmeister der Nation
Worum es geht
Es ist nicht fair, immer wieder auf der Bahn herum zu hacken. Aber die Bahn kennt jeder, an ihr verdeutlichen Beispiele am leichtesten, was eine gute Marketing-Idee ist. Und was eine schlechte.
Nicht alles ist grau in grau, sehen Sie mal nach im
Konzeptionellen des Marketings
Diesen Beitrag verdanken wir Dr. Michael Charlier, den das vernetzte Verhalten von Menschen (vulgo Verbraucher) schon immer faszinierte. Sie finden Seine Denkweise auf
www.kommkonzept.de
in vielerlei vergnüglicher, verdaulicher Weise.
Der Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in der Oktober-Ausgabe 2002 der
baerentatze.
Der Deutschen Bahn, deren Marketing wir lange unterschätzt und den Kabarettisten überlassen haben, verdanken wir die Gelegenheit zur Beobachtung eines außerordentlichen Großversuches.
Bisher hatten wir angenommen, die Bahnler glaubten, was sie sagen, wenn sie uns die Vorteile des neuen Tarifsystems (das, mit den Geldstrafen für jeden, der seinen Zug verpasst) im allgemeinen und der neuen Bahncard im Besonderen in leuchtenden Farben ausmalen.
Deshalb taten sie uns leid. Aber nun sehen wir: Sie wissen, was Sache ist. Sie bewerben die alte Bahncard, die man noch bis in den Dezember zu den alten Konditionen bekommen kann, in den höchsten Tönen: "Leute - wenn ihr noch was
Vernünftiges
für euer Geld haben wollt, dann kauft jetzt. Was Ihr im nächsten Jahr für das halbe Geld bekommt, ist noch nicht einmal ein Viertel wert." Oder so ähnlich.
Soviel
Ehrlichkeit
ist selten im Gewerbe. Warum tun sie das? Nun ja. Sie haben sich Großes vorgenommen. Zu ordentlichem und sauberem Tarifverhalten "erziehen" will die Bundesbahn ihre Kunden ja schon seit längerem, und nun sickert durch, daß sie uns auch
Respekt
vor ihren administrativen Vorgaben lehren will. In einem Wort: Die Mehdorn-Bahn reflektiert auf die mindestens seit Pisa unbesetzte Stelle der
Schule der Nation
.
Willkommen im Nichtraucherbahnhof Köln!
Wie jeder gute Schulmeister testet sie zunächst die Intelligenz und die
Aufmerksamkeit
des Schülermaterials - und das in einem Maßstab, von dem die Kultusministerkonferenz nur träumen kann. Und sie testet das nicht an irgend einem beliebigen Gegenstand, sondern genau an dem, der Theoretiker und Praktiker des Marketings am meisten interessiert: Hören die Kunden überhaupt, was man ihnen sagt? Und wenn sie es hören - verstehen sie es dann auch? Und wenn sie es verstehen - was machen sie daraus?
Vielen Dank, liebe Bahn. Wir warten mit Spannung auf die Ergebnisse, die wir dann allerdings nicht einer Deiner
pädagogisch
wervollen Presseerklärungen, sondern lieber gleich dem Geschäftsbericht entnehmen werden.
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