Sind Tablet PCs für die Nutzung im Berufsalltag überhaupt geeignet?

Immer öfter greifen deutsche Unternehmen und Unternehmensberatungen zum Tablet Computer, um sich die Arbeit zu erleichtern oder sie gar zu verbessern. Laut des Hightech-Verbands BITKOM nutzt inzwischen bereits jede dritte Firma Tablets als hilfreiche Begleitung im Berufsalltag – Tendenz steigend. Wurden die Geräte vorher hauptsächlich im Vertrieb und in Unternehmensberatungen eingesetzt, haben nun auch andere Berufsfelder das Tablet als praktischen Assistenten fürs Büro entdeckt. Besonders Unternehmensberatern sind die kleinen Computer eine Hilfe für die digitale Präsentation vor Ort beim Auftraggeber.

Das Tablet als Büroassistent 2.0

Tablet im Büroalltag

Tablets sind leichte flache Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm und einer Internetverbindung über W-LAN oder Mobilfunk. Damit sind sie handlicher als Laptops und leistungsstärker als Smartphones – ein perfekter Begleiter für das Büro. Denn Tablet Computer können etliche wichtige Geschäftsdateien speichern, transportieren und abspielen. Ob beim Meeting mit dem Vorgesetzten, in der Konferenz mit Kollegen, bei der Projektvorstellung durch den Unternehmensberater für den Kunden oder auch als sinnvolle Beschäftigung unterwegs: Tablets steuern Präsentationen, zeigen hochauflösende Grafiken, helfen beim Erstellen von Statistiken und können auch die Terminverwaltung erleichtern. Mit ihrer Mobilität und ihrer Leistung sind Tablet Computer gerade für Unternehmensberater zu einem wertvollen Helfer geworden. Ansprechende und gleichzeitig leicht bedienbare Präsentationen, die zur Not auch unterwegs noch ihren letzten Feinschliff bekommen können, sind mit Tablets kein Problem. Aber auch zum Überwachen von Produktionsprozessen oder als modernen Ersatz für dicke Wartungs-Handbücher nutzen Unternehmen immer häufiger Tablets, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Das macht die handlichen Rechner zum richtigen Multitool fürs Geschäft.

Auch der Nutzer profitiert vom Tablet-Boom

Dementsprechend steigt der Verkauf an Tablets auch unter gewerblichen Kunden stetig an. Dem Marktforschungsinstitut EITO zufolge betrug der Umsatz für Tablet Computer im Jahr 2013 bereits 2,8 Milliarden Euro, während es 2012 noch 1,8 Milliarden Euro waren. Etwa 8 Millionen Geräte wurden allein im letzten Kalenderjahr verkauft. Davon profitiert auch der Nutzer: Bezahlte man 2011 durchschnittlich noch 535 Euro, waren es 2013 nur noch 345 Euro. Grund dafür sei auch eine Tendenz zu kleineren Tablets mit Bildschirmen mit 7 oder 8 Zoll. Neben Technik und Ausstattung wird auch die Bedienung immer weiter optimiert. „Die intuitive Bedienung der Geräte macht sie auch für weniger versierte Anwender interessant“, so Michael Schidlack, BITKOM-Experte für Unterhaltungselektronik. Heute bieten diverse Hersteller Tablet-Modelle für verschiedenste Anwendungsgebiete und Preisklassen an.

Welches Tablet ist das richtige?

Tablet aus dem Schreibtisch

Mit dem Tablet-Boom geht mittlerweile eine entsprechend große Auswahl an Tablet PCs inklusive Testberichten daher. Während die Marke Odys für besonders günstige Tablets ab etwa 80 Euro bekannt ist, gibt es beispielsweise Modelle von Samsung für 230 Euro. Allein das iPad von Apple gibt es in dermaßen vielen Varianten, dass die Preisspanne von 300 bis 800 Euro reicht. Hier lohnt sich, genau zu definieren, wofür das Tablet im Büro gebraucht wird. Die einen setzen auf schnelle Rechenleistung, die anderen brauchen ein ansehnliches Display. Einige wollen die eingebaute Kamera benutzen, andere benötigen eine annehmbare Tonqualität. Manchmal ist der Speicherplatz wichtig, oder aber der verfügbare Anschluss für externe Geräte, zum Beispiel einen USB Stick. Definitiv ausschlaggebend für den Tablet Computer als Mobilgerät sind Akku-Ladezeit und vor allem -Laufzeit. Gute Tablets halten bis zu zehn Stunden ohne Stromzufuhr durch. Außerdem sollte berücksichtigt werden, welche Apps vorwiegend arbeiten sollen oder welches System ohnehin im Büro Einsatz findet und hohe Kompatibilität verspricht. Bestimmte Anwendungen laufen auf Android-Tablet besser als auf Apple- oder Windows-Geräten – und umgekehrt. Zudem sind vermehrt Business-Geräte auf den Markt gekommen. Diese unterscheiden sich durch spezielle Ausstattungsmerkmale von den privaten Tablet Computern. Dazu zählen Schnittstellen für besonders schnellen Datentransfer, der Anschluss eines externen Monitors, ein spezieller Stift zum Zeichnen sowie ein Betriebssystem für mehrere Benutzerkonten mit unterschiedlichen Zugriffsrechten und gängigen Geschäftsanwendungen.

Bring your own device – ein Risiko fürs Geschäft?

Diese Möglichkeit, mehrere Benutzerkonten mit gegebenenfalls verschiedenen Zugriffsrechten anzulegen, ist äußerst sinnvoll. Sie ermöglicht, dass ein Tablet von mehreren Kollegen verwendet werden kann. Da man in der Regel nicht durchgehend am Tablet arbeitet, lässt sich das Gerät somit weiterreichen, ohne die eigenen Daten, Einstellungen oder Administrationsrechte aushändigen zu müssen. Eine solche effektive Nutzung eines Mobilgerätes kann verhindern, dass Mitarbeiter zu ihren privaten Endgeräten greifen. Längst sind Smartphones und Tablets im privaten Haushalt Normalität geworden und werden auch mit zur Arbeit gebracht. Unter dem Motto „Bring your own device“ (BYOD) nutzen nicht wenige Erwerbstätige auch ihr privates Tablet zur Erleichterung ihres Büroalltags. Die Handhabung dieses Phänomens ist umstritten. Einerseits können Unternehmen so Anschaffungskosten für Mobilgeräte sparen und den Mitarbeitern die Gerätewahl selbst überlassen. Auf der anderen Seite stellt BYOD ein Sicherheitsrisiko für Organisationen dar. Schließlich können somit empfindliche Geschäftsdaten auf fremde, nicht kontrollierbare Geräte gelangen, was auch einen datenschutzrechtlichen Verstoß bedeuten kann. Zudem könnte der Betriebsaufwand dadurch steigen, dass nicht mehr alle Mitarbeiter eines Unternehmens das gleiche Betriebssystem verwenden. Ehe BYOD in einer Firma zum Einsatz kommt, sollte im Betreib unbedingt geklärt werden, wer bei dadurch verursachten Schäden rechtlich haftet.

Folglich sprechen mehrere Gründe für einen Tablet Computer im Berufsalltag. Präsentationen, Notizen und Terminabsprachen sind dadurch schneller und ansprechender erledigt. Das macht Tablet Computer in vielerlei Hinsicht nützlich fürs Geschäft, so dass sie immer häufiger im Büro anzufinden sind. Vor allem für Unternehmensberater stellt das mobile Endgerät ein praktisches wie erschwingliches Multitool dar. Dafür empfiehlt sich ein rein geschäftlich genutztes Tablet, das in Ausstattung und Preis zum Berufsumfeld und zum Unternehmen passt.